Joshua Tree NP

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16. bis 18. April Drei Tage im Joshua Tree Nationalpark

Schild Eingang NPDer Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Bereits gegen neun Uhr morgens ist es schon hochsommerlich warm; Zeit, die Markise auszuprobieren. Aufgrund der Temperaturen verzichten wir auf den Besuch der Indian Canyons, vor allem, weil wir ja mit dem RV noch vor dem offiziellen Parkplatz anhalten müssten.

Beim Walmart Palm Desert stoppen wir noch kurz, da Target keine gute Brotauswahl und keinen Wein hatte. Dann geht es ein Stück der gestrigen Strecke zurück zum Südeingang des Joshua Tree NPs, in dem wir vorher noch nie gewesen sind.

Schon auf der Zufahrt von der I10 sowie später auf der Pinto Basin Road erspähen wir in der Ferne Teppiche von blühenden Wildblumen. Leider zu weit weg für Fotos. 

Probieren wir mal den Abzweig zum TH (Trailhead) der Cottonwood Springs. Wie befürchtet finden wir leider keinen Parkplatz. Nächster Stopp ist das Cottonwood Visitor Center. Wir fragen, wo wir uns für den gebuchten Campingplatz anmelden müssen. Antwort: wir können uns einfach so auf den reservierten Platz stellen. Okay, erscheint erstmal einfach.

Weiter geht’s Richtung Norden. Beim Ocotillo Patch sehen wir endlich mal was Blühendes in Straßennähe.

Ocotillo Strauch
Ocotillo Blüten

Cholla Cactus Garden

Cholla KaktusIn dem Areal stehen etliche der Opuntienart Cholla Kaktus, die auch Teddybärkaktus genannt wird. Die dichten hellen Dornen wirken nämlich im Sonnenlicht wie ein Fell. Doch kuschlig sind die ganz und gar nicht, sondern mit Widerhaken versetzt. So bleiben sie leicht an vorbeistreifendem Fell, Stoff oder Haut hängen. Vorsichtig spazieren wir den Naturpfad entlang und bleiben auch dornenlos. Niedlich schauen sie schon aus und sie werden größer als ich erwartet habe.

Cholla Kaktus
Kersten bei den Chollas

Die Chollas haben etliche Blütenansätze, einige haben sich auch schon geöffnet. Wir sehen auch noch ein paar andere Kakteen, ebenfalls teils blühend. Nur die tierischen Bewohner – Schildkröten sollen hier leben – halten sich verborgen. (Zum Glück auch die Schlangen)

Rund um den Jumbo Rocks Campground

Kaffeedurst macht sich bemerkbar, daher fahren wir in eins weiter zum Jumbo Rocks Campground. Im Frühjahr ist es auf jeden Fall nötig, dort einen Platz zu reservieren; am besten gleich bei Öffnung des Buchungsfenster (6 Monate im voraus).  Wir haben Platz 85 ergattert; seitwärts parken und Sitzplatz mit eigenem Kletterfelsen. 

Anders als erwartet steht auf der „reserviert“ Tafel nirgends unser Name oder ähnliches. Was macht man denn, wenn da einfach jemand anderes steht? Ranger waren dort nämlich die ganze Zeit nicht zu sehen. 

WoMo Jumbo Rocks CG

Während wir Durst und den kleinen Hunger stillen, bekommen wir tierische Besucher: Dohle (oder Rabe?), Squirrel, Eidechse und ein Roadrunner (Wegekuckkuck). Letzterer nicht ganz so bunt wie der von Looney Tunes 😉

Collage Tiere am CG

Danach drehen wir eine Runde über den Platz – Jumbo Rocks gucken!

Collage Jumbo Rocks

Den Tag über war es recht warm, doch mit Verschwinden der Sonne wird es deutlich kühler, garniert mit einer steifen Brise. Wir essen daher erstmalig drinnen, für ein Lagerfeuer ist es uns zu windig.

Trailkombi Skull Rock, Discovery & Split Rock Loop

Nach dem ausgiebigen Frühstück werden jetzt die Wanderschuhe geschnürt. Das Wetter ist wieder sonnig und warm – beinahe zu warm, beim Wandern ist der leichte Wind sehr willkommen.
Wir starten vom Campingplatz aus auf den Weg zum Skull Rock. Gleich am Anfang endlich mal ein schönes Exemplar von Joshua Tree. Der Sandweg führt relativ eben an Felsen vorbei. Hier und da sind kleine Tafeln zur Erklärung von Flora und Fauna aufgestellt. Schatten ist Mangelware. 

Skull Rock Trail
Felsen am Skull Rock Trail

Sull RockSchließlich kommen wir auch zum besagten Skull Rock. Hier ist einiges los; gar nicht so einfach, den Schädel ohne Leute abzulichten.

Discovery TrailWir überqueren die Parkstrasse und folgen dem Discoverytrail bis zum Face Rock. Auch dort kaum Schatten So ganz sicher sind wir uns nicht, was denn nun der Face Rock sein soll? Die eine Ansicht erinnert mich mehr an einen Papagei von vorn, die andere wäre zumindest ein Gesicht im Profil.

Felsen mit Gesicht
Face Rock

Etwa eine drittel Meile später stoßen wir auf den Splitrock Loop Trail, dem wir gegen den Uhrzeigersinn folgen. Auch hier geht es wieder an interessanten Felsen vorbei. Wir sehen weitere Joshua Trees, jede Menge Yuccas und ein paar größere Echsen. An einer Wand können wir eine Gruppe beim „Abseiling“ beobachten (das heißt wirklich so).

Kollage Split Rock Trail Felsen

Wir landen bei einem Parkplatz und legen eine Apfelpause ein. Weiter geht’s auf dem Looptrail. Diese Seite kommt mir anstrengender vor, da es mehr auf und ab geht. Und weiterhin kein Schatten! Die Ansichten beginnen sich zu wiederholen: große und kleine Felsen, manchmal wie aufgestapelt, und schließlich auch der namensgebende gespaltende

Collage Split Rock Loop
Split Rock
Split Rock

Schließlich kommen wir wieder beim Abzweig zum Face Rock an und wandern auf gleichem Weg, den wir gekommen sind, zurück zum Campingplatz. Insgesamt haben wir etwa 5 Meilen zurückgelegt. Den Schrittzähler habe ich leider zuhause vergessen.

Am WoMo angekommen legen wir die Füße hoch und relaxen – zumindest solange die Sonne scheint. Der Wind frischt zunehmend auf und fühlt sich überraschend kalt an. Also wieder kein Lagerfeuer und Abendessen drinnen. Auch dort wird es immer kühler, vorsichtshalber legen wir für die Nacht die zweite Decke parat.

Cap Rock

Tatsächlich haben wir nachts die Fleecedecke zusätzlich zur Bettdecke gebraucht. Morgens ist es wieder sonnig, jedoch immer noch windig.
Geplant ist die Fahrt hoch zum Keys View. Wir werden aber unten gestoppt, mit der langen Sandra ginge dies (momentan?) nicht. Wir stoppen also beim Cap Rock Parkplatz und nehmen dort den Nature Trail unter die Füße. Hauptaugenmerk liegt hier bei den Joshua Trees.

Joshua Tree vor Felsen
Joshua Trees

Joshua Tree mit waagerechten StammObwohl es der Name so sagt, hatte ich nicht erwartet wie groß die Bäume werden können. Ein Stamm sieht aus wie umgefallen, tatsächlich wuchs der waagerecht. Einige Granitfelsen liegen natürlich auch hier in der Gegend rum, so auch Cap Rock. Außerdem sehen wir neben grünem Gebüsch etliche gelbe Blümchen.

Barker Dam Trail & Wall Street Mill (fast)

Danach versuchen wir unser Glück beim Barker Dam Trail, auch dort bekommen wir problemlos einen Parkplatz. Wir gehen den Loop im Uhrzeigersinn, daher sehen wir erstmal weiterhin Felsen und Joshua Trees, einige mit Blüten. Abwechslung bieten blühende Kakteen.

Barker Dam Trail

Barker DammIn den frühen 1900er Jahren erweiterten Viehzüchter ein natürliche Regenwasserbecken hier zwischen den Felsen zu einem Damm, denn sie brauchten Wasser für ihre Tiere. Zu Hochzeiten entstand so ein See von etwa 81 tausend qm, eine Pipeline durch den Wash brachte das Nass zu den Viehtränken. Als dann Regenfälle nachließen, Quellen austrockneten und es infolgedessen weniger Gras gab, zogen die Rancher weiter nach Westen.

Heute dient Barker Dam als Wasserstelle für Wüstentiere und Zugvögel.Viel Wasser sehen wir allerdings nicht. Die Fläche des ehemaligen Sees ist weitgehend trocken. 

Wir nähern uns dem Damm, da läuft mir plötzlich ein Tier vor die Füße. Keine Echse, für mich sah es eher wie eine Art Frosch aus. Kersten meint, es wäre eine kleine Schildkröte gewesen. Egal was, für Fotos war es zu schnell. 😉

etwas Wasser am Barker Dam
trockneer See

Wir wollen dann noch zur Wall Street Mill, einer alten Minenanlage. Eigentlich schaut der Trail ganz einfach aus, doch die Beschilderung ist irgendwie irreführend und es gibt zu viele Neben-Trampelpfade. Wir finden das rostige Auto und ein Windrad, für den Rest sind wir wohl nicht weit genug gegangen. Allerdings kommen uns Leute entgegen, die die Mill auch nicht gefunden haben.

Collage Wall Street Mill Trail

Hidden Valley

Hidden ValleyWeiter geht es zum Hidden Valley. Dort stärken wir uns mit Apfel und Keksen ehe es auf den Trail geht.

Dieses von Felsen umgebene Tal hat angeblich in den 1870er Jahren die McHaney Gang benutzt, um gestohlenes Vieh zu verstecken. Der Zugang blieb geheim. 1936, Monate bevor der Joshua Tree NP gegründet wurde, sprengte Bill Keys eine Öffnung in die Felsen. Da das Tal so lange abgeschieden war, wuchs dort reichlich und üppig Gras. Es schien der perfekte Platz für Viehweiden. Heutzutage ist nur noch wenig davon zu merken.

Wir kommen durch die von Keys angelegte Öffnung ins Tal. Der Wanderweg führt einmal rund durchs Tal. Mit all den Felsen, die es einschließen, fragen wir uns: Wie hat die Gang hier das Vieh hingebracht? 

Teils sehen die Wände so aus, als hätten Riesen hier Murmeln gespielt.  

Collage Hidden Valley
Hidden Valley Trail
Trail Hidden Valley
Engstelle Hidden Valley

Interessant anzuschauen sind auch die Kakteen hier, die teils sogar in Felsritzen wachsen. 

Wir fahren zurück zum Campingplatz. Wie üblich frischt der Wind zum Spätnachmittag weiter auf. Zu sehr um gemütlich draußen zu sitzen

Bei der Zubereitung des Abendessens testen wir unfreiwillig die diversen Warnmelder im Wohnmobil. Beim Schnitzel braten den Rauchmelder, beim Wenden der Hash Brown Patties (Rösti Ersatz) mit offenen Backofen den Gasalarm. Durchzug mit Fenstern, Tür und Dachluke lässt das Gepiepe glücklicherweise schnell verstummen.

Kersten meint derweil, draußen einen Hund gesehen zu haben. Sollten die nicht immer an der Leine geführt sein? Ob das wohl ein Cojote war?