Sierra de Albarracín

Inhaltsverzeichnis

23. September Von Zaragossa nach Albarracín

Heute lassen wir die Stadt hinter uns und fahren weiter Richtung Süden. Von etwas flacheren Gelände mit Weinanbau kommen wir wieder hinauf in die Berge; von rund 240 m Höhe auf 1171 m. Den Großteil der Strecke bringen wir flott auf der Autobahn hinter uns. Danach führt der Weg auf einer Bergstraße durch ein enges Tal. Wir steuern den Campingplatz Ciudad de Albarracin an, unser Quartier für die nächsten Tage. Einen Platz können wir uns auf den westlichen Terrassen aussuchen. Von dort haben wir – nicht ganz direkt – einen schönen Blick auf das „schönste Dorf Spaniens“ und seine alte Stadtmauer.

Straße Sierra Albarracin
Kollage Camping Albarracin

Plaza Mayor AlbarracinDer Tag ist noch jung genug für eine Erkundung von Albarracín. Mit dem Roller fahren wir die 1,5 km bis zum Zentrum bzw. zum Parkplatz am Fluss. Denn die Straße hinauf dürfen nur authorisierte Fahrzeuge benutzen. Der alte Ort liegt auf einem nahezu vollständig vom Río Guadalaviar umflossenen Felsvorsprung. Eine Hängebrücke führt zum Paseo Fluvial, auf dem man die Stadt umrunden könnte. Wir jedoch steigen über Serpentinen und Treppen hinauf und landen auf der Plaza Mayor mit seinen Arkaden und dem Rathaus. Auf einer Seite sind die Arkaden offen, hier haben wir einen tollen Blick auf den Ort am Hang und die Kathedrale. Bestimmt schon zigtausend Male so abgelichtet.

Aussicht auf Albarracin

Wir wandern weiter hinauf bis zum Anfang des oberen Teils der alten Stadtmauer, die sich hier über den kahlen Felsen zieht. Die Berberdynastie der Raciniden legte hier in den Jahren 1012 bis 1104 das Festungsdorf mit seiner Mauer an. Häufige Streitigkeiten zwischen den maurischen Kalifaten im heutigen Spanien machten diese gewaltige Wehranlage nötig. Am höchsten Punkt steht der Torre del Andador. Über Pfade könnten wir neben der Mauer entlang laufen, doch darauf verzichten wir mal.  Die Aussicht ist auch von hier aus schon wunderschön.

Aussicht auf Albarracin

Wir gehen wieder hinunter und schlendern durch die schmalen, verwinkelten Gassen. Da gibt es viel zu entdecken und abzulichten.

Pflanzenschmuck an den Häusern sehen wir nur wenig. Auffällig: die ocker bis rötliche Farbe der Fassaden. Sie kommt vom bevorzugten Baumaterial, das aus der Sierra de Albaracin stammt; rötliche Steine und eine Mischung aus Gips und Eisenoxid. Es wurde auch viel Holz verbaut; in Balken, Rahmen, Säulen, Dachvorsprüngen und Balkonen.

Schweift der Blick nach oben, sehen wir,  wie die Häuser dicht an dicht kleben und sich verschachteln.  Da braucht es hier und da einen Bogendurchgang.

Gassen von Albarracin
Gassen Albarracin 2
Bogendurchgänge Albarracin
Überbau Gassen Albarracin

Albarracín hat durchaus viele Besucher und lebt vom Tourismus, doch in den Gassen hier sehen wir keine Souvenir oder T-Shirt Läden, keine bunten Plakate oder auffällige Werbeschilder. Einfach nur mittelalterliches Flair!

Auf einer Bastion der ursprünglichen Maurenburg finden wir ein Cafe, dort können wir nett sitzen. Ich weiß allerdings nicht mehr, was wir dort verzehrt haben. Von der Mauer aus haben wir nochmal einen anderen schönen Blick auf den Ort.

Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Kathedrale. Der geht vorbei am Portal de Agua mehr oder weniger die Mauer entlang. Die Catedral de Salvador kann anscheinend nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Dafür können wir vom Mirador Catedral endlich mal die komplette Wehrmauer erblicken (passte nicht ganz ins Foto).

Kathedrale Albarracin
Blick auf die Stadtmauer Albarracins

Es gibt wohl auch noch Überreste des Kastells zu sehen, doch die haben wir irgendwie verpasst.

Stattdessen machen wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz. Tagsüber war es sonnig, aber windig,  knapp über 20°C. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet wird es frisch. Abendessen also mal wieder drinnen. Heute Nacht soll die Temperatur bis auf 4°C sinken. Also vorsichtshalber wird wieder die Heizung angestellt.

24. September Wanderung Barranco de la Hoz

Morgens drehe ich auch hier die Heizung nochmal hoch. Doch schon bald wärmt wieder die Sonne. In Fleece gehüllt können wir sogar draußen frühstücken.

Danach werden die Wanderstiefel geschnürt und der Roller gesattelt. Durch die beeindruckende Felsenlandschaft der Sierra de Albarracin fahren wir nach Calomarde. Dort habe ich nämlich eine Schlucht Wanderung entdeckt. Am Ortsausgang können wir den Roller abstellen, einen größeren Parkplatz soll es ein Eckchen weiter geben. Ein wenig verwirrt uns die Beschilderung hier; da steht nämlich Cañón de los Arcos. Erst später bemerken wir das gesuchte Schild und vom anderen Ende aus hat der Weg noch einen anderen Namen  

Ein breiter Weg führt in das Tal hinein, durch das der Rio de la Fuente del Berro fließt. Oder auch Rio Blanco, da ist man sich wieder nicht ganz einig in den Beschriftungen. Witzig: hier stehen sogar Straßenlaternen am Rand; wenigstens die ersten hunderte Meter. Der erste markante Wegpunkt ist El Moricacho eine Felsformation mit Röhrenhöhle, der zweite der Blick zum Barranco Mingo Marco. Zwischendurch kommen wir noch an einem kleinen Staubecken vorbei, das ziemlich zugewachsen ist.

Barranco de la Hoz Wegpunkte
Brranco de la Hoz Staubecken

Kurz danach gabelt sich der Weg; rechts geht es den Berg hinauf und später an den Felsen entlang, links am Rio weiter. Ratet mal, wo wir lang gegangen sind? 😉 Ist ja nicht so, als gäbe es da keine Herausforderungen:  Bachquerung auf Steinen und wackligem Holzbrett und so einiges an Treppen, hinauf und wieder hinunter.. Nächster Wegpunkt Cueva de las Albardas

Brranco de la Hoz Wanderweg
Höhle im Barranco de la Hoz

Wir kommen schließlich zur Pasarelas de Calomarde bei der Puente de Toba. Rio und Weg zwängen sich hier durch eine Klamm, teils auf nur ein Meter Breite. Manchmal müssen wir sogar den Kopf einziehen, einmal gehts sogar nur gebückt weiter. Das Gestein im Durchgang ähnelt einer Tropfsteinhöhle.

Kollage Klamm im Barranco de la Hoz
Klamm bei Puente Toba

Am Ende der Klamm wechseln wir mal wieder die Flussseite. Es geht den Hang hinauf und wenig später wieder eine Treppe hinunter in einen wunderschönen Canyon. Der weitet sich dann, wir müssen mal wieder über eine Brücke.  

Canyon Barranco de la Hoz

Beim Anblick des nächsten Anstiegs streikt Kersten.  Laut Wanderbeschreibung sind wir zwar erst knapp 2,5 km gelaufen, doch für uns 60plus hatten die es schon in sich. Vor allem müssen wir ja auch wieder zurück. Am Fuße des Treppenwegs gibt es einen dicken Baumstamm zum Sitzen. Also Picknickpause.

Von der Brücke schnell ein Telefoto von der Kaskade dann wandern wir auf gleichem Weg zurück nach Calomarde. Die Aussichten werden uns ganz und gar nicht langweilig.  

Kaskade im Barranco de la Hoz
Treppe Höhenweg

Kollage Geier im Barranco de la HozWir sind schon wieder an El Moricacho vorbei, als mir die Vögel an und über der Felswand auffallen. Sind das etwa Geier?

Nach insgesamt etwa zweiunddreiviertel Stunden sind wir wieder beim Parkplatz. Gegenüber gibt es eine kleine Picknick Area. Da verschnaufen wir kurz und tanken Rhabarberschorle.

Danach düsen wir mit dem Roller zurück nach Albarracín. Drei kleine Stopps müssen noch sein. Bei der Cascada Batida geht es elend viele Treppenstufen hinunter, wir begnügen uns mit dem Blick von oben. Den Felsbogen El rollo de Calomarde lichten wir von der Straße aus ab. Schließlich müssen wir noch Hack und Wein kaufen.

Zurück beim Campingplatz legen wir die Beine hoch; bei Sonne vorm, danach im WoMo.

Cascada Batida Wasserfall
Felsbogen El Rollo

25. September Kiefern, Felsbrocken und Steinzeitbilder

Nachts hatte es wieder nur um die 5°C, auch morgens ist es noch frisch, jedoch herrlich sonnig.

Unsere Gelenke haben gestern doch etwas gelitten, daher gibt es heute nur eine kurze Wanderung. Mit dem Roller düsen wir zum Naturpark Pinares de Rodeno und zwar zum Parkplatz El Navazo. Dort gibt es einen Aushang mit den Wandermöglichkeiten. Wir entscheiden uns für den Rundweg SL-TE 20 Pinturas Rupestres, ca. 2,8 km. Etwas flüchtig geguckt suchen wir überall nach dem Weg. Oops, erst Adlerauge Kersten entdeckt, dass es vom Parkplatz aus wohl anfangs noch ein Stück neben der Straße her geht.

So kommen wir zum Picknickbereich. Dort sehen wir schon mal Prachtexemplare der hier typischen Rodeno-Kiefer. Sie ist auch als Harz-Kiefer bekannt und fühlt sich wohl im steinigen Gelände.  Der Hauptweg ist gut ausgebaut, teilweise auch mit Holzbohlen.

Schon am Parkplatz haben wir uns über junge Leute gewundert, die anscheinend Matratzen mit sich herumschleppen. Als ein solches Pärchen hinter uns deutsch spricht, frage ich da mal nach. Es sind tatsächlich dicke Matten und sie werden fürs Bouldern gebraucht. Da klettert man ohne Ausrüstung Felsen hinauf und springt dann wieder hinunter. Angeblich ist der Park hier bzw. Albarracin eines der bekanntesten und beliebtesten Bouldergebiete. Naja, Felsbrocken gibt es hier ja reichlich. Beim Klettern haben wir dann aber keinen so richtig gesehen.

Kollage Rodeno NP

Der Boden hier besteht aus rotem Standstein, „Rodeno“ genannt.  Durch Erosionen entstand eine Vielzahl an Felsgebilden. Höhlen und Felsüberhänge wurden ebenso ausgewaschen und in einigen von ihnen hat ein Forscher 1903 Felsmalerei (pinturas rupestres) entdeckt, die er der Jungsteinzeit zuordnete.  Der Wanderweg führt daran vorbei und wir können sie besichtigen. Zum Schutz sind die entsprechenden Höhlungen mit Gittern abgesperrt. Es gibt Tafeln mit Erläuterungen zu den Zeichnungen, trotzdem müssen wir schon sehr scharf hinsehen, um sie an den Wänden zu entdecken. Beliebt sind offenbar Kühe und Stiere, andernorts sehen wir ein Pferd, einen Hirschen und Bogenschützen.

Felsgebilde im Rodeno NP
Felsen mit Gesicht
Felsmalereien Rodeno NP Stiere
Felsmalereien Rodeno NP Diverse

Wendepunkt des Weges ist ein Aussichtspunkt. Von dort aus ist der Weg unbefestigter, aber immer noch gut zu gehen.

Aussichtspunkt Rodeno NP
Aussicht in die Sierra Albarracin

Bei Rückkehr am Picknickplatz tanken wir erstmal Schorle, dann rollern wir zurück bis zum Parkplatz del Cabrerizo.

Dort führt ein Weg über Felsen bis zu einem Aussichtspunkt über die Cabrerizo Schlucht. Von hier aus könnte man in die Schlucht hinabsteigen, doch das schaut schon sehr steil aus.

Blick in die Schlucht
Blick in die Schlucht 1

Morgen haben wir etwas mehr vor, daher relaxen wir den Rest des Tages. 

Galerie