Ski Canada Whistler

Inhaltsverzeichnis

Anreise über Vancouver

Am 16. Januar fliegen wir mit  Lufthansa von Hannover über Frankfurt nach Vancouver. Das  Skigepäck kommt mittlerweile wieder umsonst mit. Gebucht habe ich Premium Economy, denn so haben wir mehr Freigepäck. Nötig wegen des Volumens der Skikleidung, trotz Vakuumbeutel. Wegen des ganzen Geraffels checken wir am Vorabend in Hannover ein.

Polarnacht über den Wolken Die Flugroute verläuft nördlicher als wir es kennen, eher an der Norwegenküste entlang, denn über Großbritannien. Zeitweise wird es dann eher ein Nachtflug. Im Januar geht ja in Grönland kaum die Sonne auf (Polarnacht).

Wir landen überpünktlich in Vancouver. Dort sieht es weniger winterlich aus als zurzeit daheim in Hannover.

Die Einreise erfolgt über Automaten: Pass scannen, in die Kamera schauen und etwa fünf Fragen beantworten. Wir bekommen dann eine Art „Kassenbon“, den wir nach Aufgabeln des Gepäcks (alles mitgekommen) bei einem Zollbeamten abgeben müssen.

Fjord am Sea to Sky HwyStatt Mietwagen haben wir einen Shuttle gebucht. Wir werden schon erwartet und nach einer knappen halben Stunde Wartezeit geht es in einem Kleinbus los.

Anfangs fahren wir mitten durch die Stadt, sieht so recht interessant aus. Schön ist dann die Weiterfahrt auf dem Sea-to-Sky Highway. Tolle Aussichten auf die Bucht, nur winterlich wirkt es immer noch nicht so recht. Der Fahrer hält für einen Boxenstopp am Parkplatz von Porteau Cove Provincial Park. 

Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt erreichen wir Whistler und unser Hotel.

Whistler Village

In den USA steht ein langes Wochenende an, wegen des Martin Luther King Jr. Tag. Deswegen – Seattle z.B. ist ja nicht weit weg – hätten wir für den Skipass am Samstag einen extra Aufpreis zahlen müssen. Das sparen wir uns und nutzen den ersten Tag dazu, den Ort näher zu erkunden.

Eine erste Runde drehen wir morgens. Von unserem Hotel aus kommen wir durch eine Passage zur Fußgängerzone Village Stroll So kurz vor acht Uhr ist es noch sehr schattig im Ort.

Welcome Figure Whistler
Platz im Whistler Village

Begrüßt werden wir von einem hölzernen Herrn. Die Welcome Figure würdigt die Zusammenarbeit der Squamish Nation und der Lil’wat Nation in ihrem gemeinsamen Territorium hier in Whistler. Es wurde 2012 im Squamish Lil’wat Cultural Centre geschnitzt. Das Center hätte ich mir gern angeschaut, irgendwie hat es aber nie gepasst mit der Zeit.

Mittags drehen wir eine weitere Runde, da ist es nicht mehr ganz so schattig. Die meisten, wenn nicht alle, Gebäude hier scheinen im Erdgeschoss Lokale oder Läden und darüber Urlaubsunterkünfte zu beherbergen. Naturgemäß sind es meistens Sportgeschäfte,  Souvenirshops fehlen auch nicht. Die haben toll geschnitzte Bärenbilder, leider etwas zu filigran fürs Fluggepäck. So blieb es denn beim üblichen T-Shirts, Magnet, Kaffeebecher Kauf. 

Village Stroll Whistler
Whistler Liegestühle am Bach

Danach waren wir meist nur im Dunkeln im Ort unterwegs. Machte viel mehr Spaß mit all den hübschen bunten Lichtern. Vielleicht erinnert ihr euch noch? 2010 fanden in Whistler (Vancouver) die olympischen Winterspiele statt. Die Olympic Plaza mit den Ringen gibt es immer noch. Hier könnt ihr abends auch Eislaufen.

Whisters beleuchtete Bäume

Fakten zum Skigebiet

Skirama Whistler BlackcombDas Skigebiet Whistler Blackcomb wurde 1966 gegründet, sie feiern also diesen Winter ihren 60. Geburtstag. Es entwickelte sich zum größten Skiresort Nordamerikas.

Whistler Village liegt auf 675 m Höhe, Lifte bringen euch bis auf 2284 m. Der höchste Berg hier ist der Blackcomb Mountain mit 2240 m.

Drei Gletscher und sechszehn so genannte alpine „Bowls“ bilden das Terrain für den Wintersport. Es gibt 36 Lifte und über 200 markierte Pisten sowie drei Snow Parks für die Trickkünstler. Whistler Blackcomb ist eher ein Gebiet für Fortgeschrittene, nur 20% der Pisten sind als leicht eingestuft. Die Markierungen sind hier etwas anders als in den Alpen: grün= leicht, blau= fortgeschritten, schwarz=schwer, schwarz mit zwei Rauten= nur für Experten.

Wie ihr anhand des Plans sehen könnt, verteilt sich das Skigebiet auf zwei Berge, getrennt durch eine Schlucht.

SkipassWer auf den Berg will, braucht einen Liftpass und das kann in eine kleine Wissenschaft für sich ausarten. Ja, an der Tageskasse gibt es Ein- und Mehrtageskarten. Der Preis haut einen jedoch aus den Skischuhen: rund 204 Euro für die Tageskarte. Das toppt selbst Orte wie Zermatt.

Besser besorgt man sich im Voraus einen der Pässe, am günstigsten mit Frühbucherrabatt (bis etwa 30.09.). Man bucht eine Anzahl von Tagen, die man dann beliebig in der ganzen Saison abfahren kann. Für einzelne Tage bei Feiertagen, insbesondere Weihnachten, muss man ggfs. einen Zuschlag bezahlen.

Kurios für uns, die Höchstzahl an buchbaren Tagen ist 10. Wir brauchten also noch einen zweiten Pass. Kosten für 12 Tage rund 698 Euro pP. Je nachdem kann sich ab 12 bis 14 Skitagen schon der unlimitierte Saisonpass lohnen. Die entsprechenden Keycards wurden uns Ende Oktober kostenfrei zugeschickt.

Whistler Mountain

Schlange an Talstation Whistler GondolaAm Whistler Mountain haben wir uns die meiste Zeit aufgehalten. Der direkteste Weg zum Drehpunkt dort ist die Fahrt mit der Whistler Village Gondola.

Feiertags Wochenende, Samstagmorgen gegen 8:30 Uhr !  (ohne Jetlag wären wir da nicht mal munter gewesen) sah es dort so aus. Ähnlich dann am folgenden Sonntagmorgen eine Stunde später, die anderen Tage war es deutlich leerer.

Angestellte haben die Skipässe gescannt, das geht viel flotter als wenn jeder durch so ein Drehkreuz muss. Der zweite Weg hinauf verläuft über drei Sessellifte: Fitzsimmons, Garbanzo und Emerald Express.

An der Mittelstation der Gondel gibt es den Park für die Anfänger und den Skikindergarten. Dort sind wir nur kurz während der Talabfahrt vorbeigekommen.

Figuren Whistler MountainOben angekommen begrüßen uns einige Figuren.

Der steinerne Inukshuk war das Symbol der Winterspiele 2010. Inuits und andere arktische Völker Nordamerikas verwendeten solche als Grenzzeichen.

Die Figur auf dem Pfahl ähnelt der Welcome Figure im Village, mehr konnte ich über sie aber nicht herausfinden.

Das ganze Tal ist Bärengebiet, zum Glück halten die echten jetzt Winterschlaf!

Roundhouse Lodge

Einkehren können wir in der Roundhouse Lodge. Den größten Teil nimmt das typische Berglokal im Mensastil ein; daneben gibt es noch das Bedien-Restaurant Steeps Grill

Neben leckeren heißen Schokoladen gibt es hier nette Latte Macchiatos mit Haselnuss, Vanille oder Karamell. Alkoholisches gibt es hier übrigens nur im Steeps Grill und zwei etwas versteckten Bars. Ich glaube, im SB-Teil konnte man nicht mal alkoholfreies Bier kaufen. 

Family Zone & Talabfahrt

Rechts von der Bergstation schauen wir auf diverse Bowls mit den tiefschwarzen Abfahrten …

Erkennt ihr oben zwischen den Gipfeln die schwache Linie? Das ist die Cloudbreaker Skybridge zum Raven’s Eye, die nur im Sommer geöffnet ist. Nie im Leben würde ich mich trauen da rüber zu gehen. 

Blick auf Steilhänge

Skipisteflache SkipisteEs gibt dort jedoch auch einfachere Abfahrten zu Franz’s Chair und dem Big Red Express Sessellift, z.B. Pony Trail, Bear Cub, …

Familienzone Whistler von Blackcomb aus

Links von der Bergstation führen  grüne und blaue Pisten hinunter zum Emerald Express Sessellift; z.B. Ego Bowl. Hier von Blackcomb aus gesehen. 

Zugegeben: zwei oder drei Mal habe ich mich so verausgabt, dass ich als „easiest way down“ den „download“ der Whistler Gondola genutzt habe.  Der Göttergatte war da etwas kerniger – und meistens schneller unten.

Den ersten Tag hier sind wir von der Talstation des Big Red Express über den grün markierten Expressway zur Gondelmittelstation gefahren.  Solche Ziehwege mag ich nicht besonders.  Meist sind die Leute mir dort einfach zu schnell unterwegs und viele ohne entsprechendes Können. Und das bei oft zu wenig Platz zum Ausweichen.

Unsere bevorzugte Route führt also daher von der Lodge anfangs über die einfache Whiskey Jack Piste. Mittlerweile  wissen wir auch, dass die nicht nach irgendeinem furchterregenden Piraten, sondern nach einem niedlichen Vogel, benannt ist.  Vorbei an der Chic Pea Hütte kommen wir beim Emerald Express an. 

Whiskey Jack Piste
Blick auf Piste und Chic Pea Hütte

Weiter geht es dann auf der Upper Olympic bis zur Mittelstation der Whistler Gondel und vorbei am Anfängergebiet dort. Unterwegs bieten sich nette Ansichten auf Whistler und die Lanschaft im Tal. Über die Lower Olympic Piste fahren wir dann ab bis in den Ort. 

Upper Olympic Piste
Aussicht von Upper Olympic
Lower Olympic Piste

Harmony Express zum Symphony Amphitheatre

Blick auf Skipisten

 – unsere Lieblingsgegend hier oben.  Von der Bergstation der Gondel aus fahren wir links ab auf der Marmot Piste zum Sessellift Harmony Express. Hier der Blick darauf vom Blackcomb Mountain aus.

Links oben im Bild könnt ihr die Ridge erkennen. Eine blaue Piste führt dort von der Bergstation des Sessels wieder ins Tal. Biegt ihr von der links oder rechts ab, kommt ihr zu den schwarzen Abfahrten in den Kesseln. Weiter rechts oben seht ihr die Pika’s Traverse, die zurück zur Roundhouse Lodge führt.

Kollage Meisenhäher

An der Talstation des Sessellifts  wundern wir uns, warum die Leute hier fast alle ihre Skistöcke in die Luft gehalten haben. Ein kurioses Ritual? Ein First Nation Gruß? Des Rätsels Lösung: sie haben niedliche Vögel angelockt. Laut App ein Meisenhäher oder Gray Jay, dessen Spitzname lautet Whiskey Jack. Im Winter verlieren sie ihre Scheu vor Menschen, daher sind wohl auch die Schilder nötig, die wir hier öfter sehen.

Oben angekommen am Little Whistler Peak sehen wir, dass wir auch über die andere Seite des Berges ab der Gondel, mit dem Peak Express und einer Traverse hier landen könnten. Wir fahren nun nicht die Ridge entlang, sondern zur anderen Seite bergab ins so genannte Symphony Amphitheatre. Laut Schild 406 Hektar alpine Kessel und subalpine Lichtungen sowie 500 Höhenmeter Abfahrt bis zum Symphony Lift. Die Pisten hier wurden angeblich mit nur minimalen Veränderungen im Ökosystem angelegt. Witzig bei der Aussicht fand ich die einzelne, Matterhorn ähnliche Gipfelspitze.

Kollage Bergstation Harmony Express

Über den Burnt-Stew-Trail fahren wir hinunter zurück zum Harmony Express, eine Abfahrt so ganz nach meinem Geschmack . Tolle Bergpanoramen inklusive. 

Kollage Burnt Stew Piste
Bergpanorama Whitler

An einer Stelle sind wir nicht ganz sicher, wo es nun weiter geht. Doch mit Blick auf den „7. Himmel“ kommen wir richtig zurück zum Harmony Lift. Wie ihr auf dem 3. Bild sehen könnt, „staubt“ der Schnee hier sogar ein wenig.

Kollage Skipiste

Den Symphony Express sind wir übrigens nicht gefahren, da er außer Zugang zu den tiefschwarzen Backbowls und dem Backcountry nur eine Piste liefert. Von der Talstation des Harmony führt dann ein Ziehweg zum Emerald Express hinauf zur Roundhouse Lodge sowie weiter Richtung Talabfahrt.

Blackcomb Mountain

Talstation Excalibur Gondel

Die direkte Gondel zum Drehpunkt Rendevous am Blackcomb startet im Upper Village. Hier von der Skiers Plaza im Village aus müssen wir umsteigen. Zuerst fahren wir die Excalibur Gondel bis zu deren Bergstation, übrigens ohne Anstehen vorher.

Es folgt der 4er Sessellift Excelerator Express. Am ersten Tag hier halten wir uns dann rechts und kommen über die Catskinner Traverse zum gleichnamigen Sessellift. Das ist allerdings ein Ziehweg, der Pisten kreuzt, was ich nicht so gern fahre. Beim zweiten Mal fahren wir nach links und kommen über ein Stück Piste mit Blick auf die Pisten beim Glacier Express zum 6er Sessellift Jersey Cream Express,

Skipiste zum Jersey Cream
Blick Glacier Lodge Blackcomb

Laut Prospekt ist Blackcomb bekannt für seine steilen Abfahrten und Gletscher. Die meisten davon liegen in den so genannten Back Bowls und sind mindestens schwarz markiert. Bilder davon muss ich euch schuldig bleiben, denn solche Abfahrten sind nicht so unser Ding. Wir starten mit den familienfreundlichen Pisten beim Catskinner Sessel. Richtig schön zum Einschwingen. 

Piste am Blackcomb
Piste in Blackcomb
Kinderplätze

Slowzone MarkierungenHin und wieder gibt es Netzwände, die zum langsam fahren mahnen. Laut einer der Skilehrerinnen auf der Piste ist dahinter ein sicherer Platz für Verschnaufs -und Fotopausen. 

Ob wirklich der Skipass eingezogen wird, wenn man zu schnell fährt, kann ich nicht sagen. Zumindest war aber ab und an Bergwacht unterwegs, die Raser gestoppt haben.

Als kleinen Abstecher von dieser Piste findet man etwas versteckt eine der zwei Rutschenanlagen des Skigebiets: das Magic Castle. Am Whistler Mountain steht das Tree Fort.

EasyOut Piste

Hier geht links die Piste Easy Out weiter zum Sessellift. Dass man rechts auf einen Weg – Green Line – kommt bis zur Bergstation vom Excalibur und zur einfachsten Talabfahrt, haben wir erst am zweiten Tag auf dem Blackcomb bemerkt. 

Rendevous Lodge

Für den Einkehrschwung gibt es die Rendevous Lodge; ebenfalls mit SB- und Service Restaurant und eingeschränktem Alkoholverkauf.

Besonders von der Terrasse der Rendevous Lodge haben wir fantastische Aussichten: Bergwelt mit Alta Lake, das Whistler Village und per Tele den Green Lake.

Blick auf Whistler Village
Green Lake Whistler

Bei unserem zweiten Besuch erkunden wir auch die Pisten für Fortgeschrittene beim Jersey Cream Sessellift. Oben ganz rechts blicken wir in die Jersey Cream Bowl mit den tiefschwarzen Abfahrten.

Wir halten uns lieber an die harmloseren:  Springboard,  Ross‘ Gold und Wishbone.

Die Pisten, die über den Glacier Express erreichbar sind, sahen uns mir etwas zu steil aus.  Auch die Waldabfahrten der Crystal Ridge haben wir ausgelassen. 

Skipisten Blackcomb
Blick auf Glacier Lodge

Vom Whistler Mountain konnten wir immer sehr gut auf die Pisten des  „Siebten Himmel“ schauen.
Sah auch sehr interessant aus. Wir sind leider wegen Wetterverschlechterung da nicht mehr hingekommen.

Beim ersten Mal war uns nicht klar, wie wir von hier bis zur Skiers Plaza kommen. Die Abfahrten schienen nur ins Upper Village zu gehen. Daher sind wir hinüber zum Whistler Mountain mit der Peak 2 Peak Seilbahn gegondelt. 

Der Höhenunterschied zwischen den Stationen ist gar nicht mal groß, doch über die Schlucht hinweg muss eine Strecke von 4,4 km überwunden werden. So fährt sie erst eine Strecke den Berg hinunter, quert diese dann 436 m über den Talboden bis es wieder hinauf geht. Die Spannweite zwischen den beiden Stützen der Querung beträgt 3024 m, was wohl die weiteste weltweit ist. Bei den reinen Zahlen kann einem schon mulmig werden.

Peak 2 Peak Gondola

Unterkunft, Verpflegung, Vergnügen

Unsere Unterkunft für die 14 Tage ist das Hotel Listel, Whistler. Wir erhalten wie gewünscht ein Two-Queen Zimmer. Die Sitzgelegenheit am Tisch ist etwas beengt, sonst sind wir aber sehr zufrieden. Wir haben einen Kühlschrank, einen Wasserkocher und eine Pad-Kaffeemaschine mit Starbucks Pads. So können wir an den meisten Tagen hier frühstücken, Teller und Picknickbesteck haben wir dabei. Einen großen Fernseher gibt es freilich auch, den haben wir aber nicht benutzt. Das Bad hat eine Wannendusche und mit den Pflegeprodukten dort duften wir immer frisch zitronig. 

Die Skier kommen in einen Skiraum, einer der Angestellten wird sie uns täglich herausgeben und nachmittags wieder verstauen.

An einem verregneten Nachmittag testen wir den Wellnessbereich des Hotels. Okay, unsere Schlüsselkarten geben uns Zugang zu Umkleidekabinen – getrennt nach Weiblein und Männlein. Dort befindet sich auch jeweils eine Saunakabine. Da wir nicht wissen, ob bei dem Schietwetter nicht noch mehr Leute kommen, saunieren wir brav jeder für sich. Kersten bekommt tatsächlich Gesellschaft, während ich allein vor mich hin schwitze. Zumindest bemerkt so keiner, dass ich beim Kaltduschen etwas schummle. 

Einen extra Ruheraum gibt es leider nicht, wir relaxen stattdessen im nicht ganz heißen Sprudelbad.

Brasserie Wandgemälde

Fürs Frühstück am ersten Wochenende landen wir im La Brasserie des Artistes; rustikale Einrichtung und ein passendes Wandgemälde.

Serviert wird so das übliche Diner Essen. Die Preise schockieren uns erst – doch halt: das hier sind Kanadische Dollar, gaanz anderer Kurs (1 Euro = 1,61 CA$). 😉 Das übliche amerikanische Two Eggs plus Beilagen kostet 19 CAD (+Tip + Tax) Wir frühstücken hier noch zwei weitere Male, einmal sind wir zum Abendessen hier.

Am Ende des Strolls finden wir wie erhofft einen Supermarkt, den Fresh Market. Wir kaufen Ginger Ale, Obst und Muffins ein. Sie haben hier auch lecker aussehendes Baguette, damit wären weitere Frühstücke gesichert. Zusammen mit German Salami, Black Forest Ham, Swiss Cheese, Jalapeno Philadelphia und Himbeermarmelade.  Für Bier müssen wir dann in den BC Liquor Store, Wein war dort sehr teuer. Mineralwasser – auch mit Sprudel – konnten wir im Hotel in eine Karaffe abzapfen.

Dank des guten Angebots des Fresh Markets waren wir nicht jeden Abend zum Essen im Restaurant. Am Samstag waren wir einfach zu blöd, der Ort war voll und wir hatten nichts reserviert. Da blieb nur eine Pizza zum Mitnehmen, eine sehr leckere immerhin.

Es gab dann weiterhin im La Brasserie und im Irish Pub jeweils Burger, ersterer interessanterweise in einer Art Laugenbrötchen. The Mexican Corner Restaurant im ersten Stock bei Black’s Pub können wir auch empfehlen. Zweimal haben wir die Old Spaghetti Factory besucht. Der Clou dort ist, dass im Preis zu den Gerichten Suppe oder Salat vorweg sowie ein Dessert hinterher inbegriffen sind. Von der Salatportion allein war ich schon fast satt, die Nudelportion war ebenfalls üppig und sehr lecker. Zum Nachtisch die zwei Kugeln Spumoni Eiscreme (Schokolade mit Pistazie) rutschen zum Glück fast von selbst. (Preis 24 CAD)

Bei der Ankunft im Hotel haben wir einen Gutschein für das Restaurant im Haus, das Bearfoot Bistro, bekommen. Nun ist das nicht unbedingt das, was wir unter einem Bistro verstehen, sondern eher so genanntes Fine Dining. Schließlich wird dort auch das gute und teure Kobe-Rind serviert.  Allzu fein muss man sich nicht anziehen, habe vorher gespickt. Trotz gehobener Preise ist der Schuppen voll.

Die Küche ist leicht japanisch angehaucht, Gastrokritiker haben da bestimmt einen tollen Namen für. Wir lassen die Vorspeise aus. Das 170g Steak (das normale, kein Kobe) mit Beilagen, sowie  ein Dessert – Crème Brûlée bzw. Coconut Panacotta – ergaben ein exzellentes Essen, das wir uns vielleicht auch ohne Gutschein gegönnt hätten. 

Zum Bistro gehört noch der Grey Goose Ice Room, die weltweit kälteste Wodka Probierstube. Dort könnt ihr – in entsprechenden Anoraks gekleidet – bei minus 32°C vier eurer Wahl aus 50 Sorten Wodka verkosten. Hört sich interessant an, haben wir uns dann aber doch gespart.

Bilder von den Speisen haben wir keine gemacht. 

Beim Apres Ski kann Whistler durchaus mit den Alpen mithalten. An der Skiers Plaza gibt es drei große und immer sehr gut besuchte Lokale: The Longhorn Saloon, Black’s Pub und den Dubh Linn Gate Pub. Schon mittags muss man hier ein Weilchen anstehen. Zur Feier unseres Geburtstages haben wir uns im Black’s Pub eine Flasche Prosecco gegönnt. Weitere Apres Ski Angebote findet ihr entlang des Village Strolls.

Kollage Apres Ski Bars

Fire & Ice Show

Jeden Sonntagabend im Januar und Februar startet um 19:30 Uhr an der Skiers Plaza die kostenfreie Show Fire & Ice. Während wir Besucher – jedenfalls die meisten – uns geduscht und umgezogen haben, wurde am unteren Ende der Talabfahrt ein großer Schnee-Buckel aufgeschaufelt. 

Eine Gruppe von Musiker aus dem Squamish Lil’wat Cultural Centre spielt ein traditionelles Trommellied. Wir dürfen ein Yip-Yip-Jeah mitgrölen. Für Bilder standen die etwas zu abseits von uns.

Skifahrer und Snowboarder springen durch den Feuerring und zeigen ihre Kunststücke. Die Kommentare dazu – „Three sixty backslash“ & Co – habe ich erst nach Schauen der verwandten Wettbewerbe bei Olympia verstanden. Anfangs schaut das noch recht einfach aus, doch die Jungs und Mädels können auch schwierigeres. 

Es gibt eine kleine Pause mit einem Ringe-Tanz, auch da standen wir nicht ganz günstig.

Danach steigert sich das Tempo, jetzt kommen die Akteure schnell hintereinander durch den Reifen. Manchmal auch fast zusammen.

Beim großen Finale kommen alle zehn relativ schnell hintereinander, als letztes zwei Skifahrer Hand-in-Hand. Ein kleines Feuerwerk zum Abschluss darf auch nicht fehlen.

Skifahrer im brennenden Reifen
Snowboarder im brenneden Reifen
Skifahrer Hand in Hand

Zu guter Letzt

Leider verschlechtert sich das Wetter zum Ende unserer zweiten Woche in Whistler. Mittwoch gab es im Ort ständig Regen! Schauer. Da uns eine Skipause aber ganz guttut, nutzen wir den Vormittag für Souvenireinkäufe. Schade, das Squamish Lil’wat Cultural Centre ist nicht geöffnet. Sauna Nachmittag anschließend.

Am Donnerstag schaut es ein klein wenig besser aus. Wir fahren erstmal ohne Ausrüstung mit der Whistler Gondel nach oben. Manchmal ist ja über den Wolken die Sonne. Heute schaut es aber nicht so aus.
Wir machen ein paar Bilder und finden tatsächlich die Umbrella Bar. Das eher zeltförmige Gebilde animiert uns jetzt nicht unbedingt heute dort etwas zu trinken. Wir gönnen uns eine letzte heiße Schokolade mit Marshmallows in der Roundhouse Lodge und gondeln wieder nach unten.

Kollage Berge in Wolken

Am Freitagmorgen werden wir gegen 8:45 Uhr vom Shuttlebus abgeholt. Es schüttet mal wieder wie aus Eimern. Trotzdem herrscht Richtung Whistler lebhafter Anreiseverkehr. Auch in Vancouver schaut es nicht besser aus. Was bin ich froh, dass wir das Angebot für Verlängerungstage in der Stadt nicht in Erwägung gezogen haben.

Die LH-Check-In Schalter sind schon geöffnet, wir werden unser Geraffel schnell los. Trotzdem sind wir zu spät dran für die Frühstückszeiten der Restaurants hier. Es gibt also zum „Brunch“ Burger und Chickenwings .
Da unser Flug erst nachmittags geht, haben wir Zeit uns den Flughafen näher anzusehen. Es gibt hier netteres zu sehen als nur die üblichen Geschäfte.

Jade Kanu Vancouver Flughafen

The Spirit of Haida Gwaii
ein bronzenes Kanu mit Jade Patina. Vorbild waren Miniaturkanus aus dem 19. Jhd. Bevölkert ist das Boot mit Gestalten aus den Legenden und der Geschichte der Haida (eine der First Nations British Columbias).

Auch nach der Sicherheitskontrolle gibt es noch einiges Nettes zu sehen; ein Bachlauf und ein großes Aquarium.

Bach Vancouver Airport
Kollage Aquarium

Unser Rückflug nach München verspätet sich ungefähr eine Stunde wegen verdächtigen Geruchs in der Maschine. Ansonsten verläuft der Flug reibungslos, ebenso der Anschluss nach Hannover. Dort erwartet uns mehr Schnee und Winter als in Whistler Village, Vancouver und München. 

Kurzes Fazit

Skifahren in Kanada empfanden wir als ausgesprochen angenehm! Zwar war die Schneelage laut Anwohnern und heimischen Besuchern nicht so pudrig wie sie sollte, wir waren jedoch mehr als zufrieden. Ich bin eh kein Tiefschnee-Fan.

Sympathisch die Anstell-Kultur, da können die Europäer sich noch Scheiben von abschneiden. Auch dass es am Berg wenig Alkohol gibt, können wir nur begrüßen. Im Hotel Listel Whistler haben wir uns wohl gefühlt und es hat eine gute Lage zu den Liften und der Fußgängerzone. Whistler als Ort hat uns ebenfalls sehr gut gefallen. Wenn es nicht insgesamt doch teuer wäre, kämen wir nächstes Jahr wieder!

Unser Besuch hier hat uns außerdem Appetit gemacht, einmal auch im Sommer die Gegend zu bereisen. Mal sehen, wann sich das verwirklichen lässt.

War Whistler Blackcomb besser als die Skiorte in Utah und Colorado, die wir besucht haben? Schwer zu sagen. Die Bedingungen waren da anders. Punkt für USA: wir konnten Skifahren mit einer kleinen Südwesttour kombinieren.